Viele Familien schaffen den Tag gut, aber die Nacht wird zur Sorge. Die Mutter steht auf und ist verwirrt, der Vater ist schon zweimal gestürzt oder die Angehörigen schlafen selbst kaum noch. Dann stellt sich die Frage nach einer Nachtwache zu Hause.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Formen der Betreuung in der Nacht es gibt, was während einer Nacht geschieht und wie Sie die erste Nacht gut vorbereiten.

Wann eine Nachtwache sinnvoll ist

Eine Betreuung in der Nacht ist meist dann ein Thema, wenn die Sicherheit tagsüber noch gewährleistet ist, nachts aber nicht mehr. Typische Situationen sind:

  • Stürze oder Beinahe-Stürze beim nächtlichen Aufstehen.
  • Unruhe oder Verwirrtheit am Abend und in der Nacht, etwa bei Demenz.
  • Die ersten Nächte nach einem Spitalaustritt.
  • Pflegerische Massnahmen, die auch nachts nötig sind, zum Beispiel Lagerung oder Unterstützung beim Toilettengang.
  • Angehörige, die nachts wach bleiben und tagsüber erschöpft sind.
  • Menschen, die allein leben und nachts keine Hilfe in der Nähe haben.
  • Eine palliative Situation, in der die Nächte unruhig oder belastend sind.

Welche Form der Nachtbetreuung passt?

Nicht jede Situation braucht eine Person, die die ganze Nacht wach ist. Grundsätzlich gibt es diese Formen:

  • Bei einer Nachtbereitschaft schläft die Betreuungsperson in der Wohnung und steht auf, wenn Hilfe nötig ist. Das passt, wenn nachts nur gelegentlich Unterstützung gebraucht wird.
  • Bei einer Nachtwache bleibt die Betreuungsperson die ganze Nacht wach und ist jederzeit sofort da, etwa bei häufigem Aufstehen oder hohem Sturzrisiko.
  • Eine Sitzwache ist eine wache Begleitung direkt am Bett, zum Beispiel in einer palliativen Situation oder bei grosser Angst und Unruhe.
  • Einzelne Nachteinsätze sind kurze Besuche zu festen Zeiten, etwa für eine Lagerung oder für Medikamente. Manche Spitex-Organisationen bieten solche Einsätze an.

Welche Form passt, hängt davon ab, wie oft nachts Hilfe nötig ist und wie schnell sie kommen muss. Oft zeigt erst die erste Woche, was wirklich gebraucht wird. Danach lässt sich die Form anpassen.

Was während der Nacht geschieht

Eine Nacht mit Betreuung folgt den Gewohnheiten der betreuten Person. Zu den typischen Aufgaben gehören:

  • Begleitung bei der Abendroutine, vom Umziehen bis zum Zubettgehen.
  • Unterstützung beim Aufstehen und beim Gang zur Toilette.
  • Lagerung im Bett, wenn die Person sich nicht selbst drehen kann.
  • Medikamente nach ärztlichem Plan.
  • Beruhigung und Orientierung bei Angst oder Verwirrtheit.
  • Rasches Handeln in einem Notfall und Information der vereinbarten Kontaktpersonen.
  • Eine kurze Übergabe am Morgen mit allem, was in der Nacht aufgefallen ist.

Nächtliche Unruhe bei Demenz

Bei vielen Menschen mit Demenz nehmen Unruhe und Verwirrtheit am späten Nachmittag und am Abend zu. Fachleute sprechen vom «Sundowning». Einige Massnahmen können die Nächte ruhiger machen:

  • Ein fester Tagesablauf mit Tageslicht und Bewegung, zum Beispiel einem Spaziergang am Nachmittag.
  • Ein ruhiger Abend mit gedämpftem Licht und einem vertrauten Ritual vor dem Schlafen.
  • Nachtlichter auf dem Weg zur Toilette und gesicherte Türen nach draussen.
  • Bei neuen oder starken Schlafproblemen ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt. Schmerzen, Infekte oder Medikamente können den Schlaf stören.

Schlafmittel sollten nur nach ärztlicher Abklärung eingesetzt werden, weil sie das Sturzrisiko erhöhen können. Weitere Hinweise gibt das Infoblatt «Schlafstörungen bei Menschen mit Demenz» von Alzheimer Schweiz.

Wenn Angehörige wieder schlafen können

Oft sind es die Angehörigen, die nachts wach liegen, auf jedes Geräusch achten und tagsüber erschöpft sind. Eine Nachtwache entlastet sie, auch nur für einige Wochen oder für einzelne Nächte pro Woche. Wer wieder durchschläft, hat tagsüber mehr Kraft für die gemeinsame Zeit.

Was vor der ersten Nacht geklärt wird

  • Wie oft und wofür wird nachts Unterstützung gebraucht?
  • Wo hält sich die Betreuungsperson auf und wie wird sie gerufen?
  • Welche Informationen braucht sie: Medikamentenplan, Gewohnheiten, Notfallnummern?
  • Wer wird informiert, wenn in der Nacht etwas Besonderes passiert?
  • Ist der Weg zur Toilette sicher, mit Licht und ohne Stolperfallen?
  • Wo kann sich die Betreuungsperson bei einer Nachtbereitschaft hinlegen, und welche Räume bleiben privat?
  • Wie erfolgt die Übergabe am Morgen?

Die Nacht als Teil einer Gesamtplanung

Eine Nachtwache ist selten eine isolierte Lösung. Oft ist sie ein Baustein einer Betreuung, die auch den Tag umfasst. Wichtig ist, dass Tag und Nacht gut zusammenspielen: mit klaren Übergaben, einer festen Ansprechperson und einer Regelung für Ferien oder Krankheit.

Wie eine Betreuung rund um die Uhr aufgebaut ist, lesen Sie auf der Seite Exklusive 24-Stunden-Betreuung zu Hause.

So unterstützt Kati Care

Kati Care organisiert die Betreuung in der Nacht als Teil einer privaten Betreuung zu Hause, auf Wunsch rund um die Uhr. Kati ist die feste Ansprechperson und zieht bei Bedarf weitere dipl. Pflegefachpersonen HF bei. Gemeinsam klären wir, welche Form der Nachtbetreuung zu Ihrer Situation passt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Nachtwache und Nachtbereitschaft?

Bei einer Nachtwache bleibt die Betreuungsperson die ganze Nacht wach. Bei einer Nachtbereitschaft schläft sie in der Wohnung und steht auf, wenn Hilfe nötig ist.

Für wen ist eine Nachtwache zu Hause sinnvoll?

Zum Beispiel für Menschen mit nächtlicher Unruhe bei Demenz, mit hohem Sturzrisiko oder in den ersten Nächten nach einem Spitalaustritt.

Kann eine Nachtwache auch nur für einige Wochen organisiert werden?

Ja. Eine Betreuung in der Nacht kann vorübergehend sein, etwa nach einem Spitalaufenthalt, oder Teil einer längerfristigen Betreuung.

Was ist der Unterschied zwischen Nachtwache und 24-Stunden-Betreuung?

Eine Nachtwache deckt nur die Nacht ab. Bei einer 24-Stunden-Betreuung ist rund um die Uhr jemand da, am Tag und in der Nacht, meist mit einem Team, das sich nach einem festen Plan abwechselt.

Was ist eine Sitzwache?

Eine Sitzwache ist eine wache Begleitung direkt am Bett. Sie wird zum Beispiel in einer palliativen Situation oder bei starker Unruhe eingesetzt, wenn die Person nicht allein sein soll.

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Sind die Nächte bei Ihnen zur Belastung geworden? In einem vertraulichen Gespräch klären wir, welche Unterstützung in der Nacht sinnvoll ist.

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